5. April 2016

Titel AUFSTEHEN
alles zur Kampagne Aufstehen gegen Rassismus

Beginn des spanischen Bürgerkriegs

25. Juni 2016

Vor 80 Jahren

Mit einer Veranstaltung am 13. Juli 2016 wird an ein oft vergessenes historisches Ereignis erinnern: 1936 löste der Putsch von General Franco einen dreijährigen Bürgerkrieg in Spanien aus. In einer Zeit, in der sich in Italien und Deutschland faschistische Regime stabilisieren konnten, erlebte die Spanische Republik eine große Welle der Solidarität und ein ungeheures Engagement von Freiwilligen aus aller Welt. Sie beteiligten sich am Kampf um die Republik, um Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Der Kampf ging verloren, da der deutsche Faschismus Franco und die Putschisten massiv mit schweren Waffen und einer Spezialtruppe, der Legion Condor unterstützten. Dies führte zu einer fast vierzigjährigen Diktatur des Generals Franco, gestützt auf das reaktionäre Militär, die erzkonservative katholische Kirche und die Falange (spanische faschistische Bewegung).
 
An diese Ereignisse vor 80 Jahren erinnert die Veranstaltung mit dem spanischen Gewerkschafter Carlos Valljeo Calderon und dem deutschen Autoren Enrico Hilbert.
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Carlos Valljeo Calderon von der CCOO Barcelona und Sekretät der Menschenrechtsorganisation “Associao Catalania expresos politicos del Franquisimo” berichtet über den Spanischen Bürgerkrieg.
 
Enrico Hilbert, Mitherausgeber des Buches "‘Sie werden nicht durchkommen!’ Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution“ stellt exemplarisch Biografien deutscher Spanienkämpfer vor.
 
Künstlerisch begleitet wird das Programm von Erich Schaffner.
 
Termin: 13. Juli 2016, 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: DGB-Haus Frankfurt, Saal B (W.-Leuschner-Str. 69-77)

Veranstalter: DGB-Stadtverband Frankfurt, Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, Comisiones Obreras (Barcelona), VVN-BdA Frankfurt, Gedenkstätte KZ-Katzbach in den Adlerwerken
 
wer mehr wissen will: 
Literadio (hier klicken) hat anlässlich der Buchmesse 2015 in Frankfurt ein Interview (hier klicken) mit Enrico Hilbert und Werner Abel gesendet.
 
Buch_SiewerdennichtdurchkommenDas Buch “‘Sie werden nicht durchkommen!’ Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution“ ist im Verlag Edition AV (hier klicken), Frankfurt am Main, 2015 erschienen (broschiert, 570 S.,
ISBN-13: 978-3868411126, 45,00 €)
 
… und wer das Lied der Spanienkämpfer “Die Thälmann-Kolonne (Spaniens Himmel breitet seine Sterne)”, Text von Karl Ernst, Musik Paul Dessau nicht greifbar hat, hier ist der Text (klicken) und hier das Lied (klicken).
 
Die Edition mit Ernst Busch gibt es immer noch: Lieder der Arbeiterklasse & des spanischen Bürgerkriegs, leider nicht mehr bei Pläne CD. [98-190601] 18,50 Euro, aber hier (klicken)
 
Eine hörenswerte Sammlung ist auch diese Edition: Die Spanien Lieder, Aurora-Gesamtausgabe Chronik vol. 7, Spanien 1936-1939, Busch, Ernst, Medium: CD, (wieder)erschienen: 2001; 14,95 €, ist bei Busch-Funk erhältlich (klicken)

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Erzählcafe Lilo Günzler

24. Juni 2016

Die Frankfurter VVN-BdA lädt ein im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe

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am Donnerstag, dem 14. Juli 2016,
um 18.00 Uhr im AWO-Zentrum Nordend,
Frankfurt a. M., Eckenheimer Landstr. 93 *)

Uschi Dossier liest aus den Jugend-Erinnerungen
von Lilo Günzler “Endlich reden
 
Lilo Günzler wurde 1933 in Franklurt geboren. Als Tochter einer jüdischen Mutter erlebte sie die Schrecken der Naziherrschaft. Bei ihrer Einschulung 1939 wurde ihr gesagt, dass sie “Mischling ersten Grades” sei. Damit war sie gebrandmarkt. 1943 musste die Familie in ein Judenhaus ziehen; die Mutter und der Bruder wurden nach Theresienstadt deportiert, von wo sie 1945 “kaputt an Leib und Seele” zurück kamen.
 
Über ihre Erlebnisse und Erfahrungen während der Naziherrschaft hat Lilo Günzler nie gesprochen, auch nicht mit ihrem Mann oder mit ihren Kindern. Sie wollte die Familie nicht belasten. Durch eine Israel-Reise im Jahre 2000 wurden all ihre Erinnerungen wieder geweckt, und da ihr Mann inzwischen verstorben und die Kinder erwachsen waren, gab es für sie keinen Grund mehr für Ängste, ihnen schaden zu können. So schrieb sie mit Hilfe von Agnes Rummeleit vom Heimat- und Geschichtsverein Schwanheim ihr Buch “Endlich reden”.
 
Zum 60. Jahrestag des Endes des Krieges und der Naziherrschaft wurde Lilo Günzler von der Anne-Frank-Stiftung angesprochen, als Zeitzeugin vor Schulklassen über ihr Leben zu sprechen. Wie zur Bestätigung ihrer alten Ängste erschien vor ihrer ersten Rede als Zeitzeugin eine Gruppe Rechtsradikaler im Gemeindesaal und schrie “Alles Lüge!”. Doch Lilo Günzler überwand ihre Ängste und gab nicht mehr nach. Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde sie 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
 
Lilo_GuenzlerLilo Günzler hat, wie sie sagt, ihr Buch für die Jugend geschrieben. Die Schilderung der Erlebnisse und Erfahrungen einer einfachen Familie während der Naziherrschaft soll dazu beitragen, dass Menschen dafür eintreten, dass es nie wieder zu solchen Verhältnissen kommt.
  
*) Zu erreichen ist das AWO-Zentrum Nordend (Eckenheimer Landstr. 93) zur Zeit nur mit den Ersatzbussen U5 (ab Konstabler Wache oder ab Marbachweg) bis zur Haltestelle Rohrbachstr. / Friedberger Landstr. (das gleiche für die Straßenbahnlinie 12) oder mit der Buslinie 36 zur derzeitigen Ersatz-Haltestelle Oederweg / Glauburgstraße – und in allen Fällen danach zu Fuß.
 
Die Arbeit der VVN-BdA können Sie unterstützen mit einer Spende auf das Konto der VVN-BdA Kreisvereinigung Frankfurt a.M. bei der Postbank Frankfurt:  IBAN: DE28 5001 0060 0011 8456 08.
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100. Geburtstag von Peter Gingold

8. März 2016

Matinee Frankfurt am Main am 13. März 2016

Matinee
Im März 2016 jährte sich der Geburtstag des im In- und Ausland bekannten Frankfurter Antifaschisten und Kommunisten Peter Gingold zum 100. Mal. Aus diesem Anlass hatten die Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative und die VVN-BdA Frankfurt am 13. März von 11 – 13 Uhr zu einer Matinee in das Haus Gallus (Frankenallee 111 in 60326 Frankfurt am Main) eingeladen.

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Dafür, dass das angekündigte tausendjährige Reich nach zwölf Jahren an der Macht zerschlagen wurde, kämpfte Peter Gingold mit aller Entschlossenheit im Exil in der französischen Résistance. Nach der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945 kehrte er nach Frankfurt zurück und setzte sich als Kommunist und Antifaschist (Mitbegründer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) mit aller Kraft für ein demokratisches und antifaschistisches Deutschland ein. Die Lehren seines Kampfes gegen den Faschismus, die Notwendigkeit eines entschlossenen Zusammenstehens gegen jedwede faschistische Entwicklung, vermittelte er als Zeitzeuge vor ungezählten Schulklassen und Jugendgruppen, auf Demonstrationen und Kundgebungen im ganzen Land. Wo auch immer er gebraucht wurde, war er zur Stelle. An diesen Menschen, an seine Erfahrungen, an seine Lehren und seine, viele Menschen tief beeindruckende Freundlichkeit haben die VVN-BdA und die Ettie-und-Peter-Gingold Erinnerungsinitiative mit einer Matinee anlässlich seines 100. Geburtstages erinnert.

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Die Matinee zum 100.Geburtstag von Peter Gingold, die am 13.März im Frankfurter „Haus Gallus“ stattfand, war eine beeindruckende und alle Teilnehmer/innen zufriedenstellende Veranstaltung. Der große Saal einschließlich der Empore war mit rund vierhundert Besucher/innen voll besetzt.

Mathias Meyers von der Gingold-Erinnerungsinitiative eröffnete die Veranstaltung, Stadträtin Elke Sautner (SPD) überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Magistrats. Ulrich Schneider (VVN-BdA) hielt die Laudatio, in der er Stationen des Lebensweges und der Kämpfe Peter Gingolds schilderte, sein Engagement und seine besondere Ausstrahlungskraft hervorhob.
„Sahnestücke“ der zweistündigen Matinee waren die musikalischen Darbietungen der Klezmer-Gruppe Tacheles & Schmu und der Gruppe „Grenzgänger“, die mit modernisierten Versionen bekannter Widerstandslieder besonders gut ankam.

Bewegende Momente waren die Auftritte des 93jährigen Bruders Siegmund Gingold, der aus Paris gekommen war, und der von Esther Bejarano, die einen eigens zum 100. Geburtstag verfassten Brief an ihren Freund Peter Gingold verlas.

Durch die von Philipp Teubner bearbeiteten Interview-Ausschnitte erschien Peter Gingold auf der Leinwand noch einmal in Ton und Bild in seiner sehr ansprechenden Art.
Krönender Abschluss der Matinee war dann das gemeinsame Finale aller mitwirkenden Künstler – zusammen mit der unverzagten 91jährigen singenden Esther Bejarano.

Am Abend brachte dann das Hessische Fernsehen einen Bildbericht von der Matinee, so dass auch die Fernsehzuschauer sehen konnten, was sich da ereignet hatte: eine vollauf gelungene Veranstaltung der Gingold-Erinnerungsinitiative und der Frankfurter VVN-BdA. „Diese Matinee wird uns lange in Erinnerung bleiben“, schrieb eine begeisterte Teilnehmerin.

Die Veranstaltung wurde unterstützt von Frankfurter Gewerkschaften, Parteien, Organisationen sowie dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Der Flyer zur Veranstaltung: Flyer: Peter-Gingold-100er-Geburtstag-Matinee

pcw.

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Förderverein Roma e.V. lädt ein

7. Dezember 2015

Anlässlich des 73. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses

Kundgebung am 16.12.2015, um 18.30 Uhr,
Haus des Buches, ehemaliges Stadtgesundheitsamt,
Braubachstraße 18-22

Am 16.12.42 ordnete „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll „Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager“ eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass. Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen.
Robert Ritter, Leiter der „Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin“ und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten „rassenbiologischen“ Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.
Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit innehatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.
Am 27.1.2000 wurde nach zehnjährigem Engagement und gegen die politische Mehrheit im Römer eine durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht. In den Räumen des Stadtgesundheitsamtes befindet sich seit 2011 die Hauptgeschäftsstelle des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Nach einer Renovierungsphase und dem vorübergehenden Verschwinden der Tafel wurde diese erneut am 27.1.2012 an historischem Ort befestigt. Sie weist auf die Verbrechen hin, nennt die Namen der Täter und klagt die historische Verantwortung gegenüber den Roma und Sinti ein.

mehr zum Förderverein Roma e.V.: www.foerdervereinroma.de

Lesung

14. Oktober 2015

Peter GingoldAus den Erinnerungen von Peter Gingold, dem bekannten Frankfurter jüdischen Antifaschisten, Kommunisten und Widerstandskämpfer gegen das Naziregime, wie er sie in seinem Buch „Paris – Boulevard St. Martin No.11“ (mehr zu diesem Buch finden Sie hier) festgehalten hat,
lesen die beiden Gingold-Töchter Alice Czyborra und Silvia Gingold

am Freitag, dem 13. November 2015, um 19.30 Uhr,
im Großen Gruppenraum des Gemeindezentrums
der Ev. Paul-Gerhard-Gemeinde
in Frankfurt-Niederrad, Gerauer Str. 52.

hier geht’s zum Flyer